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01.07.1961 - 30.06.1963 |
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Von den 32 Trainern, die im Laufe der Zeit auf der Gehaltsliste des 1. FC standen, war Zlatko Cajkovski, der weltoffene Kroate mit Herz und Freund der Deutschen, der Temperamentvollste und Ulkigste.
Die Natur hatte ihn für eine tragende Rolle auf der Showbühne des Fußballs geschaffen. Für den 1. FC Köln geriet der vormalige jugoslawische Nationalspieler und Olympiasieger zumindest in zweien seiner drei Gastspiele am Rhein zum Glücksfall.
Als Spieler mischte er in den 50er Jahren balkanische Raffinesse in das Spiel der von Hennes Weisweiler trainierten "Geißböcke", und als Trainer führte er die Geißböcke 1962 zum ersten nationalen Championat. Es war ein Segen für den zum "Tschik" verfremdeten Cik Cajkovski, daß seine serbische Ehefrau Rada (die auch mit einer gehörigen Portion Charme den Marktwert ihres Mannes hoch zu halten vermochte) ihn an der langen Leine hantieren ließ, und daß Franz Kremer ihm eine gewisse Narrenfreiheit zubilligte. Nur so konnte er sich kauderwelschend in die erste Reihe der kölschen Originale drängen.
Tschik liebte das Leben; aber das bestand für ihn auch zu 95 Prozent nur aus Fußball. Er hätte 24 Stunden am Tag Geschichten rund um die Lederkugel erzählen können - und seine Spieler hörten ihm gerne zu, auch wenn die eine oder andere Anekdote durch Wiederholungen leicht angestaubt war. Er war kein Gourmet, weil ihm einfach alles schmeckte, besonders die fettreiche Kost seiner Heimat. So wurde aus dem Tschik allmählich ein rundlicher Irrwisch, den stets ein Hauch von Clown umwehte. Und der Tschik konnte, wie ein echter Clown, tieftraurig sein; so wie nach der schrecklichen Nacht von Dundee", in der er und der FC mit einer 1:8-Niederlage aus allen Europa-Pokal-Träumen gerissen wurde. Er fand danach keinen Schlaf, und als während des Rückfluges von Schottland nach Deutschland die Stimmung in der zweimotorigen Maschine auf dem Tiefpunkt gelangte, rief er spontan den historisch gewordenen Satz: "Am besten, Flugzeug stürzt ab."
Tschik blieb noch ein Jahr und führte den 1. FC noch einmal ins Finale (2:3 gegen Dortmund). Dann zog es ihn nach München, zum FC Bayern. Beim Abschied tröstete Franz Kremer den weinenden Tschik: "Sie dürfen immer wiederkommen." Er kam zurück, zehn Jahre später, um den glücklosen Rudi Schlott abzulösen, dem Präsident Oskar Maaß "eine schöpferische Pause" verordnet hatte.
Tschik trotzte seinem ehemaligen Lehrer Hennes Weisweiler ("Schüler spielen gegen große Professor") auf dem Bökelberg gleich ein 0:0 ab, und er zeigte dem Jean Löring und seinem in die höchste Klasse aufgestiegenen SC Fortuna - mit 2:0 und 5:0 - wer in Köln der Chef im Ring war. Doch: Die Zeit war über Cajkovski hinweggegangen. Bei den Spielern verbrauchte sich der Vorrat an Respekt, die Motivationsfähigkeit des Trainers reduzierte sich, und die professionellen Kritiker stellten den Tschik mehr und mehr in Frage. Er hielt den Druck nicht aus und bat den neuen FC-Vorsitzenden Peter Weiand nach der ersten Halbserie der Saison 1975/76 um vorzeitige Vertragsauflösung. Er wechselte zu den Kickers nach Offenbach.