Ernst Ocwirk

 

01.07.1970 - 30.06.1971


Anfang der 70er Jahre kam schließlich Ernst Ocwirk. Er zählte während seiner aktiven Zeit zur Creme de la Creme des Weltfußballs - Ernst Ocwirk, ein waschechter Wiener, jedoch keiner von der süßlichen Küß-die-Hand- oder Schmäh-Sorte. Ihm ging der Ruf voraus, mit Tiefgang zu arbeiten und ein Psychologe mit Feingefühl zu sein. Als ihn Oskar Maaß als Trainer engagierte, setzte man große Hoffnung in den einstigen Star der österreichischen Nationalmannschaft, der sich die ersten Sporen als Fußballehrer in Italien (wo er auch seine Aktiven-Laufbahn beendete) verdient hatte.
Ernst Ocwirk sah seinen Gastarbeiter-Status dadurch getrübt, daß sich der DFB zunächst querlegte, weil er kein in Deutschland erworbenes Trainer-Diplom vorweisen konnte. In der Mannschaft, die er zurechttrimmte, steckte Meister-Potential. Doch während seiner einjährigen Tätigkeit am Rhein langte es nur zu zwei Pokal-Endspielen; und die gingen verloren - 1970 mit 1:2 gegen Kickers Offenbach und 1971 mit 1:2 gegen den FC Bayern München. Meinungsverschiedenheiten mit dem Vorstand über den Sinn einer Südamerika-Reise nahm er zum Anlaß, vorzeitig zu kündigen. Nun, hinter der Kündigung stand wohl auch seine Frau, die Heim an die Donau wollte, wo die Ocwirks ein Haus gebaut hatten. Er ging, ohne Lorbeeren geerntet zu haben. Sein schönstes Abschiedsgeschenk: Lob von allen Seiten, von Club-Offiziellen ebenso wie von Spielern und Journalisten.

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